Wurzelbehandlung

Zur Wurzelkanalbehandlung


Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

eben ist bei Ihnen eine Wurzelkanalbehandlung begonnen worden?
Dieser Text soll Ihnen kurz weitere Informationen über den medizinischen Hintergrund und die Kosten geben.

Zum Medizinischen »

Eine Wurzelkanalbehandlung ist einer der letzten Versuche, den Zahn zu erhalten. Schlägt die Wurzelkanalbehandlung fehl, muss der Zahn wegen andauernder Beschwerden meist entfernt werden. Soll der Zahn nicht entfernt werden, bleibt nach einer Wurzelkanalbehandlung nur noch der Versuch einer Wurzelspitzenresektion (WSR), d. h. die operative Entfernung der infizierten Wurzelspitze.

Die in der wissenschaftlichen Literatur genannten Erfolgsraten für die Wurzelkanalbehandlung sind zwischen den Behandlern sehr unterschiedlich. Ich überblicke für meine Praxis 25 Jahre seit Praxisgründung (Juli 1988) und schätze für diesen Zeitraum den Erfolg (=Verbleib des Zahnes im Mund)
auf höher als 95 %.

Der Ablauf »

In der 1. Sitzung wird der größte Teil des Zahnnerven entfernt. Das bedeutet, der Zahn wird aufgebohrt und der natürliche Hohlraum im Zahn, der von weichem Gewebe ausgefüllt ist, bis kurz vor die Wurzelspitze gereinigt (=Zahnnerv in der Zahnkrone und in den Wurzeln wird entfernt). Anschließend wird der Hohlraum mit einem Medikament aufgefüllt und der Zahn mit einem provisorischen, anfangs etwas bröseligem Zement verschlossen, damit keine Bakterien und Speisereste in die Wurzelkanäle gelangen.

Diese provisorische Zementfüllung (Cavit) hält in der Regel mindestens 8 Tage den Hohlraum verschlossen, auch wenn sie sich oberflächlich mehr oder weniger auswäscht.

Der Zahn kann nicht verschlossen werden, wenn sich Druck aufzubauen droht, also durch massiven Blut- od. Eiterabfluss oder Gasbildung. Die Gasbildung ist schlecht einzuschätzen. Gelegentlich kommt es daher vor, dass ein zunächst verschlossener Zahn kurz darauf wieder geöffnet werden muss wenn massiv und schnell Zahnschmerzen nach der Behandlung auftreten. Schmerzen treten normalerweise allenfalls während der 1. Sitzung auf, wenn die Entzündung die normale Wirkung der Betäubung verhindert. Durch Dosissteigerung (=wiederholtes Spritzen) lässt sich aber fast immer Schmerzfreiheit herstellen.

Es ist normal, dass in den ersten Tagen nach der Behandlung noch leichte Zahnschmerzen auftreten, die dann langsam abklingen. Sie können ein Schmerzmittel einnehmen, wie z.B. Ibuprofen 400 oder Paracetamol.

In der 2. Sitzung erfolgt die endgültige Reinigung der Wurzelkanäle, das Auffüllen der Wurzelkanäle mit einer unlöslichen Füllung (sowie möglich), oder eine nochmalige medikamentöse Einlage.

Auch nach der 2. Sitzung können über einige Tage noch leichte Schmerzen auftreten. Danach sollte der Zahn beschwerdefrei sein. In Einzelfällen kann der Zahn noch einige Wochen aufbißempfindlich bleiben.

Nach der Wurzelkanalbehandlung ist im Seitenzahnbereich zur Vorbeugung gegen Bruch des meist sehr geschwächten Zahnes eine Krone dringend zu empfehlen. Bei unkomplizierten Fällen kann eine Überkronung einige Wochen nach der Wurzelfüllung erfolgen.

Oft vor, gelegentlich während und immer nach der Behandlung wird der Zahn geröntgt.

Risiken »

Eine Wurzelbehandlung führt nicht immer zu dem gewünschten Erfolg. Es kann vorkommen, dass man die Gegend der Wurzelspitze nicht erreichen kann, wenn der Kanal zu eng oder zu gekrümmt ist oder sich im Laufe der Jahre zugesetzt hat.

Manchmal kommt es auch zu Frakturen (=Brüchen) eines Wurzelkanalinstrumentes im Kanal. Dieses ist dann oft gar nicht oder nur sehr schwierig zu entfernen. Wenn das Instrument den Kanal fest verschließt und nicht über die Wurzelspitze hinausragt, kann es in Einzelfällen belassen werden; der Zahn muss aber regelmäßig röntgenologisch überprüft werden. Alternativ kann auch eine Wurzelspitzenresektion in Erwägung gezogen werden.

Kosten »

Die Kosten bemessen sich für Privatpatienten wie üblich nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). Für Kassenpatienten ergeben sich Zuzahlungen gelegentlich dadurch, dass Wurzelkanalbehandlungen von den Krankenkassen nicht mehr für alle Zähne bezahlt werden. Medikamentöse Einlagen werden von den Krankenkassen lediglich 3 mal bezahlt, obwohl es in Einzelfällen notwendig sein kann, darüber hinausgehende Einlagen zu applizieren. Die daraus resultierenden Kosten richten sich nach Zahn (Anzahl der Wurzelkanäle), Aufwand und Schwierigkeit. Im Einzelfall werden Sie darüber ggf. vorher unterrichtet.

Falls Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich bitte an meine Helferinnen oder mich persönlich.

Ihr Dr. Arndt Peters